Methodik & Quellen

Eine hohe Lösch-Quote heißt nicht, dass ein Geschäft schlecht ist. Sie zählt erfolgreiche Diffamierungsbeschwerden in einem Zeitraum — nicht die Qualität eines Betriebs, und auch nicht, wer die Beschwerden eingereicht hat. Das veröffentlicht Google nicht.

Was Google anzeigt

Seit dem 26. April 2026 zeigt Google auf deutschen Maps-Profilen einen Hinweis, wenn Bewertungen aufgrund zulässiger Diffamierungsbeschwerden nach deutschem Recht in den vergangenen 365 Tagen entfernt wurden. Die Anzahl wird als Spanne dargestellt: 1, 2–5, 6–10, 11–20, 21–50, 51–100, 101–150, 151–200, 201–250 oder „über 250“.

Quellen: Google-Hilfe (Diffamierungs-Hinweise), Google-Blog: New ways we're protecting businesses on Maps.

Was wir tun

  • Wir besuchen öffentlich zugängliche Maps-Profile und übernehmen den Lösch-Hinweis wörtlich.
  • Aus dem Text leiten wir nur die in Google selbst genannte Spanne ab — keine eigenen Schätzungen.
  • Wir speichern Snapshots und zeigen den jeweils neuesten an.
  • Geo-Koordinaten stammen aus dem Maps-Profil.
  • Die Branche leiten wir aus dem Geschäftsnamen ab — sie ist nicht die von Google geführte Maps-Kategorie. Eine „Pizzeria Roma“ führen wir als Restaurant, auch wenn Google sie anders einordnet; eine Korrektur der Kategorie bei Google ändert unsere Zuordnung deshalb nicht.

Lösch-Quote als Hauptkennzahl

Wir bilden für jedes Geschäft die Lösch-Quote als Jahres-Aktivitätsquote:

gelöscht (12 Monate)
sichtbar (heute) + gelöscht (12 Monate)

Der Zähler stammt aus dem Google-Banner und umfasst nur die letzten 365 Tage; der Nenner ist der heute sichtbare Bestand. Damit ist die Quote eine Aussage über die laufende Diffamierungs-Aktivität, nicht über die gesamte Profil-Lebenszeit. Da Google die Anzahl nur als Spanne nennt, ist auch unsere Quote eine Spanne. Beispiel: 87 sichtbare Bewertungen, Hinweis „21 bis 50 gelöscht (letzte 12 Monate)“ → zwischen 19,4 % und 36,5 % Lösch-Quote, Mittelwert ≈ 28 %. Geschäfte ohne Lösch-Hinweis haben Quote 0 %.

Hinweis zum Zeitfenster: Wir können die mathematisch perfekte Quote „gelöscht (12 Monate) / abgegeben (12 Monate)“ nicht berechnen, weil Google nur den heutigen sichtbaren Bestand und die Lösch-Spanne der letzten 12 Monate ausgibt. Zähler und Nenner messen deshalb unterschiedlich lange Zeiträume, und das verzerrt den Vergleich zweier Geschäfte in eine bekannte Richtung: Ein altes Profil mit vielen Bewertungen erscheint sauberer als ein junges mit derselben Diffamierungs-Aktivität. Ein Restaurant mit 4.000 Bewertungen aus fünfzehn Jahren und 300 Löschungen zeigt 7 %, eines mit 100 Bewertungen aus zwei Jahren und 30 Löschungen zeigt 23 % — obwohl im letzten Jahr bei beiden ähnlich viel gelöscht worden sein kann. Wer zwei Geschäfte nebeneinanderlegt, muss ihr Alter und ihre Bewertungszahl mitlesen; die Quote allein trägt den Vergleich nicht. Wir arbeiten daran, den Nenner auf dasselbe 12-Monats-Fenster umzustellen.

Solange das so ist, entsteht die Einstufung („wenig“, „viel“, „sehr viel gelöscht“) nicht mehr aus dem Anteil allein, sondern auch aus der absoluten Zahl gelöschter Bewertungen. Der Grund ist derselbe Nenner: Bei einem großen, alten Profil verschwinden 250 Löschungen in 0,6 %. Vorher trugen dadurch 772 Geschäfte ein grünes „wenig gelöscht“, obwohl Google dort zweistellig gelöscht hatte — bei 61 davon mindestens 51 Bewertungen. Ab sechs, elf und 51 Löschungen setzt die Absolutzahl deshalb eine Untergrenze für die Stufe. Sie kann eine Einstufung nur verschlechtern, nie verbessern, und jede Verschiebung stützt sich auf eine Zahl, die Google selbst nennt. Unter sechs Löschungen greift die Regel nicht.

Sonderfall „über 250 gelöscht“

Für die offene Spanne „über 250“ kennt Google selbst keine Obergrenze — es können 251 sein, aber auch 2.000 oder mehr. Wir zeigen in diesem Fall nur die Untergrenze als „≥ X %“ an und markieren den Punkt auf der Karte mit einem dunklen Ring, das Feld in der Liste mit gestricheltem Rand und Sternchen. Die echte Lösch-Quote kann höher liegen, ist aber aus den von Google bereitgestellten Daten nicht ableitbar. Folge: Geschäfte mit sehr vielen sichtbaren Bewertungen und „über 250“ gelöschten erscheinen mit niedrigem Wert (z. B. „≥ 4,8 %“), obwohl der wahre Wert deutlich höher sein kann — sie können in unserer Sortierung daher unterbewertet sein.

Karte und Liste sortieren und färben nach dem Mittelwert dieser Spanne. Die Einfärbung ist stufenlos mit Ankern bei 0 % grün, 2 % gelb, 7 % orange und 15 % rot; die Filter auf der Karte fassen sie zu vier Stufen zusammen (0 %, bis 7 %, 7–15 %, ab 15 %). Geschäfte mit weniger als 20 sichtbaren Bewertungen werden gar nicht angezeigt — eine 50-%-Quote bei 2 sichtbaren Bewertungen ist statistisch nicht aussagekräftig. Karte, Liste und alle Kennzahlen auf dieser Seite beziehen sich deshalb ausschließlich auf Geschäfte ab 20 Bewertungen.

„Korrigierte Spanne“

Die korrigierte Spanne ist eine reine Rechen-Übung: wir kombinieren die in Google sichtbare Durchschnittsbewertung mit den von Google gemeldeten Lösch-Spannen. Wir treffen keine Aussage darüber, wie die gelöschten Bewertungen tatsächlich lauteten. Die untere Grenze unterstellt, dass alle gelöschten Bewertungen 1 Stern hatten, die obere Grenze 5 Sterne. Die Wahrheit liegt dazwischen.

Über den Slider auf Detailseiten können Nutzer eigene Annahmen einstellen. Das Ergebnis ist dann ausdrücklich die Annahme des Nutzers.

Datenstand & Aktualisierung

Die Datenbank wird periodisch neu befüllt. Jede Detailseite zeigt das Datum des letzten Crawls. Da Google die Spanne aufgrund neuer Beschwerden oder erfolgreich angefochtener Löschungen ändern kann, sind ältere Werte nicht zwingend aktuell.

Korrektur- & Take-down-Anfragen

Geschäftsinhaber, die einen falschen Eintrag oder eine veraltete Information bemerken, finden den dokumentierten Prozess auf der Take-down-Seite. Wir bestätigen den Eingang innerhalb von 48 Stunden und antworten inhaltlich innerhalb von sieben Werktagen. Die Postanschrift steht im Impressum.

Disclaimer

Diese Webseite ist eine private Transparenz-Initiative und nicht mit Google verbunden. Eine hohe Anzahl gelöschter Bewertungen sagt nicht zwingend etwas über die Qualität eines Geschäfts aus — sie zeigt die Anzahl erfolgreicher Diffamierungsbeschwerden in einem bestimmten Zeitraum. Wer eine Bewertung wegen Diffamierung entfernen lässt, kann damit im Recht sein; die Zahl allein sagt darüber nichts.
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